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Steingrab des II Jahrh.

Die vorgeschichtliche Area war auch bei uns von der vorherrschenden Jägerkultur mit ihren Höhlen und Hüttensiedlungen geprägt. In frühgeschichtlicher Zeit wurde das Land von keltischen Stämmen besiedelt. Unter den Römern soll, zu Cäsers Zeiten, die Ansiedlung von Griechen zur Urbarmachung der Hänge des Grona stattgefunden haben. In den gerodeten Gebieten wurden, von starken Mauern gestützt, landwirtschaftlich nutzbare Terrassen angelegt und Dörfer gegründet, die bis Ende des XIX Jahrhunderts den Eindruck von regelrechten Festungen gaben. Sie besassen meistens drei Ausgänge: einen zum nächsten Dorf, einen zweiten, in entgegengesetzter Richtung zu einem anderen benachbarten Dorf, ein dritter hinauf zu den Almen. Die Zugänge wurden nachts mit zwei Meter hohen Toren und Eisenriegeln versperrt, um hungrigen Wölfen und Übel gesinnten den Eintritt zu verwehren. Innen gab es enge, dunkle Gassen mit Kopfsteinpflaster: hier und dort waren Steinplatten, soweit vorhanden, gelegt worden. Eine seitliche Rinne sorgte für den Abfluß der Jauche aus den Ställen. Die Häuser wurden enganeinander unter Verwendung von Flußkiesel und wenig Mörtel gebaut. Die Dächer bestanden aus Steinplatten, "piode" genannt, die manchmal noch mit gepreßtem Stroh bedeckt wurden.

Getüncht wurden Kirchem Schule und herrschaftliche Wohnsitze: letztere hoben sich oft auch durch Fassadenfresken geistlichen Inhalts ab. Glücklicherweise haben sich, trotz der vielen Veränderungen, zahlreiche dieser wertvollen Zeugnisse erhalten. In Stein gehauene Wappen an den Portalen geben Auskunft über Bauzeit, maßgebende Familien (die Saglio, Bertarelli, Fiocchi, Petazzi in Plesio; die Bolza, Polti-Petazzi, Manzi in Barna; die Todeschi in Ligomena und die Canevali in Logo), und die jeweilige spanische, französische oder österreichische Verwaltung (XVI-XIX Jahrh.) Die Kirchen, mit ihrem Reichtum am wertvollen Altären, Fresken, Tafelgemälden, Gebetshäusern und, am Rand der Saumwege entstandenen Kapellen, sind ein Beweis der tiefen Religiosität der Bevölkerung. Zu den ältesten Zeugnissen gehören die in Fels gegrabenen "Kuppellen", ein römisches Grab aus dem VI. Jahrh. n.Ch. in Breglia, das Steingrab aus Calveseglio (II Jahrh. n.Ch.), die das Datum 1649 tragende Pestsäule auf dem Kirchplatz von Plesio. Waschplätze und Brunnen aus dem XIX Jahrh., in den meisten Dörfern noch gut erhalten, stellen einmalige Aussagen über eine Zeitspanne dar, die ohne traumatische Übergänge bis an die Schwelle des 2. Jahrtausends reicht.

Hadelswappen von Plesio